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Projektsimulation | Christopher Kühn (07.05.07)

Kottbuskunstakut 08

Projekt: »energie + poesie« (Cottbuser Überkronung)

Die Lichtinstallation »energie + poesie« verstehe ich als Metapher für eine innewohnende Kraft, die der Stadt und ihrer Region seit jeher eigen ist. Das dichterische Begriffspaar ist im Geist und als doppelte Reminiszenz an Hermann Fürst von Pückler Muskau und Karl Friedrich Schinkel zu lesen.

Auf dem Spremberger Turm, dem Wahrzeichen von Cottbus, sind sechzehn atmosphärenblau leuchtende Buchstaben- und Sternsymbole in quaderförmigen Acrylglasobjekten installiert. Nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel wurde der Torturm 1824 erhöht und mit einem Zinnenkranz versehen. Die lichthaltigen Glaskörper visualisieren eine zweite Turmerhöhung.

Das Wort – Zinne – leitet sich her von holländisch »Tinne« und ist mit Zinke, Zahn zu übersetzen. Der Turm erhält mit der Installation eine temporäre »Überkronung«. Die Buchstabenquader sind jeweils über den Trennschlitzen der Zinnen installiert. In der Dämmerung leuchten sie als rätselhafte Poesie weithin sichtbar über der Stadt und beleuchten die Zwischenräume des Zinnenkranzes.

Das zirkuläre Raumbild will vom Betrachter umwandert werden. Erst in seiner aktiven Teilhabe erschließt sich dem Betrachter die Neoninstallation als Ganzes.